Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Im Meer
Von schwarzen Blitzen durchzackt
grauenerregende Fluten
Meere nackt
in den Schwärzen
Meere und Herzen
verbluten
und Kronen von Schmerzen
der Geister Leere
Tode der Schwärzen
niedergerungen
Donner verklungen
im Scheitern der Meere
und Kronen von Schwärzen
augenleer
Tode der Schmerzen
niedergezwungen
Donner verklungen
im Scheitern
im Meer.
Lb. Yelu,
leider kann ich diesem Gedicht inhaltlich nicht ganz folgen. Was willst Du damit beschreiben?
Vielen Dank.
Gruß W.
... dir wirklich gerne antworten, denn der, und das ist das Lustige, der mir
überhaupt antwortet, gerät vor mich.
Das ist das Lustige. Die, die uns keine Antwort geben und anonym und
unerreichbar bleiben, sind die Herren, die nichts vermögen.
Die aber die uns Antwort geben sind die, denen wirs absprechen wollen.
Irgendwie bekommt immer der Eine drauf, ders wenigstens versuchte.
Deswegen, weil ich dich nicht zurechtweisen will dafür, was du halb, Andere
aber gar nicht getan haben, nur um mich verständlich zu machen, will ich dir die
Antwort geben ...
das Meer.
:p
Du sagst Du willst das Meer beschreiben, ok :)
Deine Idee finde ich gut und Du hast phantsievolle Worte gefunden.
Doch ich sage Dir was ich hier besser machen würde und auch warum.
Von schwarzen Blitzen durchzackt
grauenerregende Fluten
Wasser nackt
in den Schwärzen
Ströme und Herzen
verbluten
Du hast hier zweimal das Wort : Meere gebraucht, Du willst das Meer doch beschreiben, dann würde ich es nicht nennen.
Wasser nackt<-- nacktbleibt erhalten denn Du möchtest bestimmt das Reimende so haben. Wasser<--- weil es das meiste im Meer ist.
Ströme und Herzen, Ströme deswegen weil ein Herz pulsiert und das Meer pulsiert auch mit den Meereströmungen, Du wechselst hier vom Naturbild zum menschlichen mir gefällt das.
und Kronen von Schmerzen
der Geister Leere
Tode der Schwärzen<<--- Schwärzen was genau? ich als Leser habe kein Bild dazu und denke Du hast das gewählt um Schmerzen = Schwärzen zu reimen, kenne ich von jmir früher auch und manchmal auch jetzt breche ich irgendwelchen Reim übers Knie.
niedergerungen
Donner verklungen
im Scheitern der Meere
Vorschlag: ( auch wenn es vielleicht den Sinn verändert, Du bist ja der Chef)
und Kronen von Pein
der Geister Leere
Tode zum Schein
niedergerungen
Donner verklungen
im Scheitern der Wellen Meer wieder weg, und Wellen brechen. scheitern( vielleicht)
und Kronen von Schwärzen
augenleer
Tode der Schmerzen
niedergezwungen
Donner verklungen
im Scheitern
Diese letzte S. kannst Du, weg lassen Das hast Du schon gesagt und in der Kürze liegt manchmal die Würze;)
im Meer.
guck:
Von schwarzen Blitzen durchzackt
grauenerregende Fluten
Wasser nackt
in den Schwärzen
Ströme und Herzen
verbluten
und Kronen von Pein
der Geister Leere
Tode zum Schein
niedergerungen
Donner verklungen
vom Scheitern der Wellen
im Meer
Wenn Du mit wenigen Änderungen das hier so läßt hast Du ein wunderschönes Werk hier. Auch könnte man das Meer so lesen, das es sehr menschlich ist und Gefühle ausdrückt.
Gerne gedacht und gewerkelt, nichts für ungut, denn das was da war, hat mich angesprochen .
LG sy:)
Ohne arrogant sein zu wollen ... ich danke dir ja herzlich für deine rege
Beschäftigung, und in gewissem Sinne hast du klug gedacht ...
aber ich finde, dass mein Gedicht bereits perfekt ist. Da du dir Mühe
gemacht hast, zu zeigen, was in deinen Augen nicht perfekt ist, mache
ich mir nun Mühe, dir zu zeigen, dass es perfekt ist.
Das zeige ich dir durch zwei lyrische Modelle, nämlich Klang und
Klangwiederholung.
Das Erstere, Klang, ist ein Begriff aus zwei Komponenten, nämlich
Buchstabenklang und Metrik, und aus der Länge des Buchstabenklanges und
der Metrik des Wortes erhebt sich der Duktus des Verses, der "Interduktus" aller
Verse aber ist die Syntax.
Wenn ich also die Syntax harmonisch habe oder disharmonisch, weil ich den
Duktus der Verse gleichsetze oder absetze, dann komme ich zur
Klangwiederholung, und die ist dramaturgisch gesetzt.
Strophe 1
Von schwarzen Blitzen durchzackt
grauenerregende Fluten
schwarzen Blitzen zwei Zs, langer Duktus, durchzackt ein Z, abgehackt
grauenerregende, weiter Duktus, Fluten leichter Stop
Meere nackt
in den Schwärzen
Auftakt mit Meere, Querklang, kurzer Duktus, abgehackt
weiter Duktus, Auftakt
Meere und Herzen
verbluten
Wiederholung des Klangs, Herzen als Positivum im Abtakt
Taktstop
Strophe 2
und Kronen von Schmerzen
der Geister Leere
weiter Auftakt, Wiederholung und dritter Reim, Erhöhung
Quer, rundes Wort, quer
Tode der Schwärzen
niedergerungen
Negativum, Niederung, vierter Reim, krasse Niederung, Bruch
niedergerungen [im Tode der Schwärzen !] leichter Bruch
Donner verklungen
im Scheitern der Meere
Wiederholung des Duktus, weites Aus
lang, scharf und das Ende des "Auftakts der Meere im Tode", Abtakt
Strophe 3
du bist sehr freundlich bei einem Werk von drei Strophen sogleich eine kürzen
zu wollen aus reiner "Wiederholung" des Sinnes"
und Kronen von Schwärzen
augenleer
weiter Auftakt, positiv, reine Wiederholung, Reimtausch, Assoziation
Taktstop, zugleich Abtakt
Tode der Schmerzen
niedergezwungen
reine Wiederholung, Reimtausch, Assoziation der Vertiefung, Bruch
niedergezwungen [im Tode der Schmerzen !] Bruch
Donner verklungen
im Scheitern
Aus
Wiederholung, Bruch
im Meer.
Aus
Ich bin der Meinung, dass durch Klang und Klangwiederholung und einige
dir unwesentlich und irrelevant erscheinende Wortmodulationen und daher
Sinnvertiefungen ein bestimmtes "Wogen" erzielt werden kann das dennoch
ein bestimmter "Bruch" ist, der in seine schmerzhafte und schmerzliche Tiefe
zu führen bereitet sein kann, geistiger und essenzieller, existenzieller Natur bishin
zum Tod.
Und dadurch, dass ich immer die gleichen Worte benutzt habe und Klang und
Klangwiederholung, und dadurch, dass dennoch jedwedes Wort seinen Wert,
seine Präsenz und seinen Inbegriff erzielt hat, kann ich in einer gezielten
Syntax auf das Grauenerregende führen.
Nur weil ich Meer umschreibe, heisst das nicht, in meinen Augen, dass ich das
"Objekt" nicht durch Nennung vertiefen darf, denn genau das wollte ich ja
erreichen ! Jedes Wort, jeder Reim, jeder Klang und jede Klangwiederholung
steht innerhalb von achtzehn Versen in drei Strophen meiner Meinung nach perfekt.
Dennoch, aus deiner Sichtweise betrachtet mag ein anderer Dichter durchaus
wie du argumentieren. Nein, ich persönlich finde, dass deine leichten
Umstellungen wie z. B. Wasser oder Ströme für "Meer" [was klug wäre] oder
auch "Pein" oder "Schein" entweder nicht genug vertiefen oder schlicht
den Klang nicht ausreizen oder falsche Worte darstellen, die wiederum nicht
genug vertiefen, sodass bei deiner weiteren Argumentation die dritte Strophe
zusammenbrechen muss, und dein Gedicht ins Leere laufen würde.
Was du als "Bruch" bezeichnest, ist in Wahrheit eine deutliche Abschwächung
der Sinnqualität, die die Tiefe letztlich egalisiert.
Dennoch, ich danke dir für deine Freundlichkeit, ein an sich makelloses und
perfektes Gedicht verbessern zu wollen ...
:)
hallo yelu,
also bevor ich in die sonne gehe muss ich noch ein: das ist ja wohl wow hier lassen:)
denn nun habe ich es von dir schwarz auf weiß, ich hörte ähnliches schon in den anderen Werken heraus, sagte es nur ansatzweise, da ich wie gesagt "schreiben musik hören" usw auch noch zu tun habe und nicht jedes werk durchanalysieren kann...muss man denke ich auch nicht wenn man es eeh schon klanglich raushört...auch hier viel mir auf, dass du versucht hast die Tiefe noch zu verstärken, in dem Fall die dunkle Tiefe, dies gefühl hatte ich schon in der ersten Strophe. o mann ich freu mich richtig:):) bei dem lesen, das das gemeint ist was ich höre super
nun gut ich denke ich werde später nochmal zurückfinden..
liebe grüße basse
Das ist eine Antwort von der ich noch lernen kann , nun weiß ich warum Du was gemacht hast. Alle Achtung. Naja, ich gestehe, ich hatte auch mehr den
'Aus dem Bauch raus Blick', nun ist mir einiges klarer geworden. Auch werde ich dieses Gedicht als Spickzettel für mich nutzen, denn Du hast so ausführlich beschrieben, warum Du welches Wort genommen, das ich Dir danke.
Ohne arrogant sein zu wollen ... ich danke dir ja herzlich für deine rege
Beschäftigung, und in gewissem Sinne hast du klug gedacht ...
aber ich finde, dass mein Gedicht bereits perfekt ist. Da du dir Mühe
gemacht hast, zu zeigen, was in deinen Augen nicht perfekt ist, mache
ich mir nun Mühe, dir zu zeigen, dass es perfekt ist.
Nö, ok:) Ich kann damit um, und finde Dich nicht arrogant, wenn Du Deine Meinung sagst. Du meinst es ist für Dich perfekt.
Gut, dennoch meine ich ein perfektes Gedicht gibt es nicht.
perfekt: ist ein Wort das Grenzen setzt.
Erster, perfekt, Bester sein, durch Benotung oder Wertung...
Ich denke Gedichte werden, auch wenn sie noch so wortgewandt, durchdacht, hingeworfen, gefühlt, geregelt, verdichtet, geschluchzt.... immer subjetiv betrachtet, denn der Mensch hat immer Anteile von Subjektivität.
und ja, Dein Gedicht hat mir wegen der Wortwahl gefallen, das ich die letzte S. komplett weggelassen habe, achselzuck, das ist Unwissenheit gewesen. Jedoch auch mein persönlicher Eindruck.
Naja, ok, ich würde, wenn ich das Meer beschreiben würde, es nicht 'Meer' nennen. Aber ich bin ja sy. :)
Ganz ehrlich, ich bin begeistert, weil Du so ausführlich erklärt hast. Gerne werde ich hier hin zurückkehren.
ich lerne gerne sy:)
Hallo Yelu,
als ich dein Gedicht las, dachte ich spontan: Es ist einfach genial, wie du mit Worten spielst.
Seit ich deine komplizierte Erklärung über die Dramaturgie las, weiß ich: Es ist genial, aber nicht einfach.
Ich kann den Blick jedenfalls nicht so schnell abwenden von deinem Gedicht.
Lieben Gruß
Amazone
Ich dachte mir schon eingangs, als ich sah, dass mein Gedicht
wieder Antworten erhalten hat, "o bitte keine negativen Kommentare
auf ein an sich schönes Gedicht" ... danke !!!
:)
Natürlich hast du Recht, syranie, es gibt einerseits keine wirklich
perfekten Gedichte in dem Sinne, dass es immer Menschen geben wird,
die das anders gemacht hätten, anders vielleicht besser empfunden hätten,
oder Literaten, die noch ein ganzes Handbuch mehr an Stilistik hineingepackt
hätten. Ja, für jeden Stil den du nicht verwendest, für jeden subjektiven Eindruck,
müsstest du eine Themaverfehlung geschrieben haben.
Dafür hast du aber einen anderen Stil verwendet, und einen anderen subjektiven Ausdruck.
Dennoch glaube ich daran, dass ein Gedicht perfekt sein kann. Und ich glaube,
das unterscheidet mich, wiederum ohne arrogant sein zu wollen, von vielen
anderen Dichtern hier.
Ich glaube, dass mein Gedicht irgendwann fertig ist.
Wenn Alles daran harmonisch und in sich gut ist, gibt es freilich noch
Möglichkeiten zur Änderung, nur eben keine mehr, die noch bessern könnten.
Dann also habe ich den perfekten Klang passend fürs Gedicht, und das
definiere ich mir als "perfektes Gedicht".
Am "Erlkönig" oder am "Panther" gäbe es sicherlich auch Stile oder Eindrücke,
die noch "besser" wären, nur würde sich dadurch der perfekte Klang, passend
fürs Gedicht, empfindlich ändern, verschlechtern.
Sobald Alles was Änderung ist, nichts mehr bessern kann, ist das Gedicht perfekt.
Das sollte erreichbar sein.
:)
@Amazone
Ich danke dir für deine überschwängliche und freundliche Antwort !!!
Und teile deine Auffassung von diesem Gedicht.
Ich habe einige Gedichte in meinem Haufen, die ich als "perfekt" bezeichnen
würde, dieses hier ist eine Perle, und zähle ich zu meinem "goldenen Haufen".
Ja. Das dramaturgische Empfinden ist schwierig zu erlernen, wenn du nicht
weisst, was es überhaupt ist.
Das ist wie ein Dirigent der mit einem Blitz spielt, der Donner rollt von alleine.
Mehr oder weniger intuitive Aufgabe des Dichters, sich daran nicht zu verbrennen ...
:)
Ich danke euch Beiden, und auch basse, für eure rege Anteilnahme !!!
:):):)
Jim Knopf
06.07.2008, 20:29
Hallo, Danse (?),
spannend dieser Faden hier! Du hast ja wirklich etwas Kreide gefressen, so du „es“ denn bist, Kompliment ! Allerdings klingt:
„Die, die uns keine Antwort geben und anonym und unerreichbar bleiben, sind die Herren, die nichts vermögen.“
doch allzu sehr nach dem klagenden Aufschrei einer gekränkten Dichterseele.
Dein Gedicht liest sich teilweise ganz flüssig (dem Thema entsprechend), teilweise wirkt es arg maniriert auf mich.
„Donner verklungen im Scheitern, im Meer“ erinnert mich an eine langsam verlodernde Fackel, an das Ende aller Träume, wirklich gelungen.
Darüber aber wirken die Verse oftmals seltsam leer, trotz der gewaltigen Worte, die sich in ihnen tummeln. Getreu dem Motto „Geld schießt keine Tore“ sind auch 11 Weltklasse-Fußballer kein Garant dafür, daß eine Mannschaft zusammenwächst (nein, ich bin gaaar nicht auf EM-Entzug :))
„Durchzackt“ werden Fluten kaum, der Blitz findet ja über ihnen statt.
„Grauenerregende Fluten“ - gute Gedichte tragen ihre Botschaft zwischen den Zeilen und lassen ihre Leser das Grauenerregende spüren, ohne es benennen zu müssen. Beschreibe mir ausgehungertem Leser etwas Grauenerregendes, und ich werde es dankbar mit den Fluten in Verbindung bringen.
„Kronen der Schmerzen“, „Tode der Schwärzen“ - du drehst die Bässe bis zum Anschlag auf und versuchst, durch erhöhte Lautstärke fehlende Tiefe auszugleichen. Das führt bei mir leider nur zu Ohrenschmerzen. Schau dir einmal Rilkes „Lied vom Meer“ an (natürlich kennst du es), dort steht schon alles drin, was du hast sagen wollen, allerdings in Vollendung.
Du hast ja - durchaus interessant und mit Details versehen, von denen ich überhaupt keine Ahnung habe/hatte - syranie genauestens beschrieben, wie du deinen Text aufgebaut hast. Was mir leider fehlt, und was auch der ausgeklügelte Aufbau nicht zu leisten vermag, ist der Lebenshauch in deinem Text.
So, und jetzt sagt dir der kleine Schlaumeier Dr. Knopf mal etwas ganz Wichtiges: wirklich gute Dichter leben und wachsen mit ihren Zweifeln und lassen ihre Texte im selben Maße wachsen. Selbstverliebtheit ist ein Synonym für Stagnation oder gar für Rückschritt.
Liebe Grüße + gute Besserung (ehrlich!).
Hallo Yelu,
du siehst, wie verschieden die Auffassungen sind. Die eine findet dein Gedicht genial in der Form, der andere vermisst den Lebenshauch im Inhalt, und vielleicht haben beide recht.
Und doch bleibe ich dabei: Dieses Spiel mit Worten, die Wiederholungen, die düsteren Bilder finde ich sehr gelungen, auch für mich eine Perle.
Sicher, obwohl dieser Text melodiös wirkt, ist er sperrig wie alles, was ich bisher von dir gelesen habe. Aber das stört mich eigentlich nicht.
Lieben Gruß
Amazone
Danke, Amazone, dass du meine Beleidigtheit abgemildert hast:D
Aber wie sollte ich einem Wesen allen Ernstes glauben wollen, das behauptet,
Geld schiesst keine Tore.
Geld allein schiesst die Tore, nur manchmal stimmt die Preisleistung nicht.
@Dr. Knopf
Danse ? das Gespenst geht um.
Eigentlich war die Intention meines Gedichtes, den Geist zu beschreiben,
wenn er in einem "höllenexistenziellen Delirium verbrennt und verlodert" und damit
die "Realität oder Existenz der Geister im Meer dieser Eskapaden" sozusagen.
Ich wollte nicht das Grauenerregende abstrakt umschreiben, sondern das
Abstrakte daran beschreiben. Hätte ich etwas Abstraktes abstrakt gehalten,
es hätte keine Realität erlangt.
Gerade dass ich die Höhenklänge "zerklaffe", und mit gewaltigen
Worten zacke, lässt die Tiefe nicht wirken. Das Gedicht hat zwar Tiefe, aber
sie wird vollständig "zerdonnert" durch die Agonie, das war gewollt.
Die Stille oder Tiefe, oder Sterblichkeit, sollte nicht beschrieben werden,
ebensowenig wie die Lebendigkeit oder Erlösung.
Dadurch aber, dass ich das Abstrakte beschrieb, erlangt es Realität.
Und die wollte ich beschreiben. Darin sollte sich der Leser wiederfinden,
in sich selbst, um dann alles Andere selbst zu sein.
Ich wollte einfach einen schwarzen Felsen beschreiben, der hervorragt in die Schwärze
um dennoch zu scheitern, und an was ? an all dem.
So, und jetzt sagt dir der Dichter des Gedichts noch etwas.
Ein Dichter hat seinen Schatten überwunden. Was durch Zweifel nicht gelingt,
das wird durch Glauben gelingen.
Dass ich mein Gedicht für perfekt erachte heisst nicht, dass ich nicht weiss,
dass es Andere nicht sind. Ich habe nach all meinen Zweifeln, an denen Niemand wächst,
sondern nur zugrundegeht, gelernt, dass Selbstbewusstsein und Selbstwert
nicht nur erlaubt sind, sondern auch erlaubt sein müssen.
Natürlich stagniert ein Wesen, das sich für vollendet hält.
Ich halte halt bloss das Gedicht für vollendet, weils wahrscheinlich so ist.
Andere wiederum lassen mich zwar nicht verzweifeln, sind aber schlecht.
Dadurch verliere ich aber nicht den Glauben, vielmehr erlange ich ihn.
Wenn du dich niemals an der Höhe erfreust, die Vollendung bedeuten kann,
woran denn dann ?
An Fehlschlägen ? nein nein, ich freue mich, dass dieses Gedicht makellos genug ist.
:)
Liebe Grüsse an Alle, und auch vollendet gute Besserungen !
:p
Lieber Yelu,
Geld allein schiesst die Tore, nur manchmal stimmt die Preisleistung nicht.
Oha, das klingt wie ein Zitat aus dem kapitalistischen Märchen "Vom Tellerwäscher zum Millionär". Sollte das etwa deine Überzeugung sein?
Aber nein:
Dadurch aber, dass ich das Abstrakte beschrieb, erlangt es Realität.
Und die wollte ich beschreiben. Darin sollte sich der Leser wiederfinden,
in sich selbst, um dann alles Andere selbst zu sein.
Ich wollte einfach einen schwarzen Felsen beschreiben, der hervorragt in die Schwärze
um dennoch zu scheitern, und an was ? an all dem.
Du sagst zwar, der Leser solle sich in sich selbst wiederfinden, um dann alles andere selbst zu sein. Doch als dein Fazit lese ich heraus, dass er letztlich zum Scheitern verurteilt ist. Das mag zwar so erscheinen, aber:
"Der Mensch ist ein Sein, das nicht das ist, was es ist, und das das ist, was es nicht ist." (Jean Paul Sartre)
Es liegt also allein in unserer Hand. Deswegen kein Grund zum Pessimismus,
meint
Petra, die felsenstarke Amazone
Klatschmohn
07.07.2008, 14:20
Hallo Yelu,
ich glaube schon verstehen zu können, was Du mit -perfekt-meinst.
Ein Gedicht, daß perfekt die Gefühlslage des Autors zu selbigem entspricht, ist m. M. nach ein perfektes Gedicht.
Nur darf man das natürlich nicht auch von jedem Betrachter erwarten, denn dieser sieht wieder mit anderen Augen und anderen Gefühlen.
Wenn ein Gedicht, eventuell mit vielen Gedanken so geworden ist, dass es paßt - ist es eben perfekt. Da brauch man da auch nichts daran zu ändern.
Ich bewundere Dein vielfältiges Wissen bezüglich der Reimtheorie, Yelu- auch wenn Deine Gedichte oftmals nicht meinem Erfahrungshintergrund entsprechen .
Das muß es ja auch nicht. Umgekehrt ist es oft sicher ähnlich.
Herzliche Grüße,
Klatschmohn
Der Spruch von Sartre ist genial ! vielen lieben Dank !
@Amazone
Dass allein das Geld Tore schiesst, stimmt ja.
Weil einfach Alles Geld kostet. Je mehr du hast, desto mehr kannst du potentiell kaufen,
auch wenn du wahre Klasse nicht kaufen kannst. Das meinte ich damit.
Die lächerliche Frage, ob denn Geld Tore schiesst, ist eine "Kleinebauernfrage" ...
ob du mit viel Geld einen Spieler kaufen kannst der allein dadurch viele Tore schiesst ...
vielleicht wäre es ja klüger, einen Spieler für überhaupt kein Geld
nicht kaufen zu können der dann garantiert nicht auf dem Platz stehen wird ...
Nein. Das Scheitern muss eben nicht sein, ich beschrieb ja bloss die
Abstraktion, die Beschreibung des Scheiterns, nicht die Realität des Bestehens.
Das, wie du richtig erkannt hast, liegt in dir selbst. Es ist ja auch ein Gedicht !!!
Gruss an Petra, die felsenstarke Amazone
@Klatschmohn
Ich wiederhole mich, nur für dich !!!:)
Natürlich kann im Terrain ungezählter Stilistiken und theoretischer Phantasmen,
ungezählter "Kritiker" und "Dichter" Alles und Nichts geschrieben werden, was
Alles und Nichts bedeuten kann.
Nichtsdestotrotz, möchte ich sagen, muss es möglich sein, eine Art von
Vollendung zu erschaffen, die nicht vom Subjektiven abhängig ist, das wäre
ein geistiges Chaos alleine aus einer zutiefst wirren subjektiven Astilistik
hervorgerufen durch die Ungezähltheiten.
Als könnte jeder Dahergelaufene Gold scheissen, sozusagen.
Das kann er eben nicht. Als wüsste jeder Dahergelaufene, was Gold ist.
Das weiss er eben nicht.
Ich beharre, trotz Meinungen der eigenen Subjektivitäten, darauf, dass ein
Gedicht unabhängig davon Vollendung erlangt hat, weil ich ganz einfach einen
gültigen Standard anerkennen möchte. Ich würde das Römerstrasse nennen,
ein festgefügtes Gebiet anerkannter Zivilisation jenseits unwissender Barbarei.
Ehe wir Vollendung nicht anerkennen können, werden wir auch keine Dichter sein,
sondern nur naive Dachspatzen.
Ich besitze kein vielfältiges Wissen, nicht einmal einen vielfältigen Reim oder
Sprachschatz. Ich weiss nur zu berichten.
Herzlichste Grüsse
von einem Dichter der ein vollendetes Gedicht geschrieben hat ...
zumindest eins
:)
@ich selbst zur Vollendung des Gedankengangs
-wenn sich Viele mühen ein gutes Gedicht zu schreiben, und Viele kritisieren
was ein gutes Gedicht zu sein hat, und allzu Wenige wirklich die Klasse besitzen
wirklich ein gutes Gedicht zu schreiben, warum sollte ein hervorragendes Gedicht nicht
Anerkennung genug erhalten können als vollendet zu gelten.
Warum sollte sich ein Wesen nicht lebendig genug fühlen, alleine dadurch schon
im eigenen Besitze zu sein und damit schon verewigt.
Warum wissen immer Alle, weil sie sich das emanzipierte Recht der eigenen
Subjektivität gestatten wollen, was nicht gut ist, und sprechen gleichzeitig dem
Guten ab gut zu sein in Ermangelung des Wissens um etwas Gutes-
ich befürchte ja, Emanze, das bescheinigt wieder bloss der eigne Mangel.
Was ist dann gut, wenn nicht das Gute, und was, wenns Vollendung nimmer erlangt.
:confused:
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