PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : oberflächlich


Chavali
21.06.2008, 14:34
was
weißt du
denn von mir

liest
meinen Text
und glaubst
mich zu kennen

sieh
mir in die Augen
hör
meine Stimme
fühl
meine Hand

und
du weißt es
immer noch
nicht





(c) 2/2007 sk

Ensimismado
21.06.2008, 14:52
Hi katzi,

tut mir ehrlich Leid, aber hier vermisse ich eigentlich so gut wie alles, was ein Gedicht ausmacht. Es sind letztlich nicht mehr als Phrasen, die untereinandergeschrieben da stehen. Bei keinem Zeilenumbruch sehe ich einen lyrischen Nutzen und die metaphorische Übertragung ist auf ein Minimum zurückgeschraubt. Es wirkt mehr wie ein unbedacht geäußerter, in sich vielleicht stimmiger, aber emotional subjektiver Gedanke, der darauf wartet verdichtet zu werden.

Ich sehe ja, der Text ist älter, daher die Frage, willst du nicht vielleicht eine komplett neue Fassung zu der Thematik schreiben?

Gruß,
Flo

Chavali
21.06.2008, 14:58
Hey Flo,

so schnell eine Antwort? ;)
Nun, das war einer meine ersten Versuche in vers libre.
Später habe ich dann immer weniger versucht, weil ich denke, das ist nicht mein Ding und ich komme damit nicht klar.
Es wirkt mehr wie ein unbedacht geäußerter, in sich vielleicht stimmiger, aber emotional subjektiver Gedanke, der darauf wartet verdichtet zu werden.
Die Gedanken mag ich aber. Unbedacht sind sie auf keinen Fall - der Zusammenhang mit dem Titel ist offensichtlich.
Die Frage ist, wie kann man daraus einen ansprechenden Text machen...
Ich sehe ja, der Text ist älter, daher die Frage, willst du nicht vielleicht eine komplett neue Fassung zu der Thematik schreiben?
Ich könnte was in Reimen schreiben, etwas poetisch ausschmücken.
Mal sehen, ob sich noch jemand äußert, der das Teil vielleicht mit andern Augen sieht.

Dir danke ich für deine schnelle Meinung.

LG katzi

Total Blackout
23.06.2008, 18:24
Hi Ho,

entgegen Flos Meinung halte ich den Text für lesenswert. Ok er mag ausgesprochen schlicht wirken, gerade, wenn man ihn in Relation zu anderen Werken setzt. Aber was mich überzeugt, und das sei die Hauptsache, ist, dass dein Werk den Denkapparat anschmeißt.
Ich denke, dass dein Text sehr subjektiver Natur ist, denn rein objektiv muss ich sagen, dass man aus gekonnten lyrischen Texten (zum mindest aus einigen) doch mehr als nur bloßen Inhalt entnehmen kann, man lernt so den Dichter durchaus kennen.
Letztendlich fasse ich die Aussage deines Werkes so auf, dass es Zeit braucht um jemanden kennenzulernen. Lediglich kurze Momente beschreibst du in deinem Werk, nichts was sicher auf Kenntnisse über den Gegenüber schließen lässt.

LG TBO

basse
23.06.2008, 20:23
hallo katzi,

dieser text fiel mir schon gestern auf, weil ich ihn einerseits noch nicht kannte und ihn inhaltlich als sehr ansprechend fand...gerade der erste part zeigt deutlich wie viele sich von der oberfläche leiten lassen, aber da gibt es denke ich auch nur wenige Ausnahmen die dies nicht tun..die hinführung zum eigentlichen Fühlen finde ich sehr gelungen, verstehe in diesem Zusammenhang den Schluß aber nicht...entweder sagt dieser Schluß aus, dass das LI sich selbst in der Nähe von anderen wunderbar zu verstellen vermag, da das gegenüber dieses immer noch nicht kennt oder es heißt das das Ldu nicht richtig schauen kann..mich stellt der Schluß vor ein Rätsel...

über die Form: zunächst irritierten mich die Verben "fühl" "hör" die ihren sinn als verb eigentlich verloren haben und nunmehr eher auffordernd wirken..die mittelstellung wirkt dann eher noch unterstreichend. zunächst irritierte es mich..fand es aber nach mehrmaligen lesen eigentlich immer besser...nun ja das ganze werk hat etwas von einem sehr langen sinnspruch

die zweite strophe weiß ich nicht recht und müsste nochmals vorbeischauen..

vom inhalt wie gesagt ein guter text, sehr nachvollziehbar für mich, und gut es ist sehr auffordernd und feststellend..ich höre zum einen das wissen darüber heraus, dass darüber gewusst wird und dadurch halt oberflächlich gedacht (über die werke, man wird darüber eingestuft) , dass man diesem wissen aber auch entgegen wirken will und eher dann eine gegenklage oder anklage startet...

deswegen sind ja viele schreiberlinge über alle jahrhunderte weg teils auch anonym geblieben, entweder man findet den weg der bewussten missachtung und man wirkt arrogant oder wird als solches eingestuft oder man bleibt offen, das ist auch nicht recht...
nun ja fest steht, dass die meisten von uns nur unter unseres gleichen froh sein können/werden, andernfalls eher einzelgänger sind.gerade wie gesagt aus diesem wissen heraus

liebe grüße basti

Chavali
24.06.2008, 10:05
Hallo TBO,
entgegen Flos Meinung halte ich den Text für lesenswert.So unterschiedlich können Lesermeinungen sein, das ist sehr interessant zu sehen.Ok er mag ausgesprochen schlicht wirken, gerade, wenn man ihn in Relation zu anderen Werken setzt. Aber was mich überzeugt, und das sei die Hauptsache, ist, dass dein Werk den Denkapparat anschmeißt.Das war so gewollt - schlicht und natürlich, so wie man halt auch denkt ohne poetisch-lyrische Ausschmückungen.
Und wenn über die Aussage nachgedacht wird, hat man doch schon viel erreicht....fasse ich die Aussage deines Werkes so auf, dass es Zeit braucht um jemanden kennenzulernen.Nicht nur Zeit, sondern auch eine intensive Auseinandersetzung mit seinem Gegenüber.
Man darf nicht zu Vorurteilen greifen, damit liegt man fast immer daneben.

Vielen Dank dir für deine interessante Sichtweise.


Hallo basti,ihn inhaltlich als sehr ansprechend fand...gerade der erste part zeigt deutlich wie viele sich von der oberfläche leiten lassen, aber da gibt es denke ich auch nur wenige Ausnahmen die dies nicht tun..Stimmt, da nehme auch ich mich nicht aus und ich will auch gar nicht den moralisierenden Finger hochhalten.
mich stellt der Schluß vor ein Rätsel...Hier kommt wieder die Zeit ins Spiel. Niemand kann sich jahrelang verstellen. Von einem einmaligen Anschauen oder Zusammensein kann man sich noch nicht kennen und schon gar nicht durch Äußerlichkeiten.ich höre zum einen das wissen darüber heraus, dass darüber gewusst wird und dadurch halt oberflächlich gedacht (über die werke, man wird darüber eingestuft) , dass man diesem wissen aber auch entgegen wirken will und eher dann eine gegenklage oder anklage startet...Du denkst sehr tiefsinnig, basti, das ist sehr interessant.
Mein Text ist fiktiv. Er ist für alle die gedacht, die sich missverstanden fühlen.

Herzlichen Dank auch an dich.



Hab mich gefreut, dass ihr hier wart und schick euch liebe Grüße,
katzi

Behutsalem
24.06.2008, 20:22
Huch... das gefällt mir, weil es von der Aussage die in ihm steckt gewaltig ist.

Hallo Katzi;

Auch ich finde dein Werk total gut gelungen.
Oft braucht es nicht viele Worte, viel Umschreibungen um es auf den Punkt zu bringen.
Sehr oft ist weniger mehr und dass hast du in deinen Zeilen wunderbar umgesetzt.

Bin begeistert..
liebe Grüße Line

Fleur bleue
24.06.2008, 20:33
hallo mietze,
so sieht man sich wieder! ich freue mich und unterstreiche das auch mit meiner vollen übereinstimmung zu und freude über deine zeilen.
egal wie sehr man glaubt die person zu kennen, zu der man bereits eine persönliche beziehung aufegbaut hat, man weiss nie, wer wirklich dahinter steckt. Egal wie tief diese beziehung geht, es gibt immer momente oder sitautionen, die alles kippen lassen können, da diese unetrschiedliche reaktinsmöglichkeiten hervorrufen können, die wahrscheinlich die eigene person selber nicht so eingeschätzt hätte.
egal, wie banal die zeilen eingangs wirken dürften und es ihr vielleicht an verdichtung fehlen mag, es trifft den nagel auf den kopf und zeile für zeile steht da so wie sie ist. und meiner meinung nach macht genau das den charme dieser zeilen aus. sicherlich könnte man noch einmal weiter gehen und den gedanken weiter verdichten, mir ist der text aber auch lieb, so wie er da steht.
Liebe grüße von fleur

Chavali
25.06.2008, 13:11
Hallo behutsame Line,:)Sehr oft ist weniger mehr und dass hast du in deinen Zeilen wunderbar umgesetzt.Danke für deine Zustimmung, hat mich sehr gefreut.
Wir sind alle mal - irgendwo und irgendwann - oberflächlich.
Das führt zu falscher Einschätzung, deshalb sollte man das möglist vermeiden.
Doch wem gelingt das schon dauerhaft?


Liebe Fleur,
so sieht man sich wieder! ich freue mich und unterstreiche das auch mit meiner vollen übereinstimmung zu und freude über deine zeilen.
*freu* schön, was von dir zu lesen :)
Deine Interpretation hat mir sehr gefallen, weil sie genau das wiedergibt, das meine Gedanken waren.sicherlich könnte man noch einmal weiter gehen und den gedanken weiter verdichten, Das ist sicher möglich, vielleicht mach ich das ja auch mal.
Hab auch du herzlichen Dank!


Liebe Grüße,
katzi

Kerlchen37
25.06.2008, 13:15
Hi katzi,

ich bin geteilter Meinung. Der Text hat starken Nachhall. Sprich er bewegt. Rein von der Umsetzung und dem Verdichtungsgrad geht das wesentlich inniger. Aber dennoch bleibt was zurück. Das ist gut!

Gruß Stefan

Chavali
26.06.2008, 09:45
Hallo kerlchen,

schön dich hier zu treffen :)Rein von der Umsetzung und dem Verdichtungsgrad geht das wesentlich inniger. Das war hier so gewollt. Ein bisschen lakonisch sollte es rüberkommen.Der Text hat starken Nachhall. Sprich er bewegtFreut mich sehr, wenn du den Text so empfindest.
Danke, dass du es mir gesagt hast.


Lieben Gruß,
katzi

Klatschmohn
27.06.2008, 08:34
Liebe Katzi,

ich habe nicht gelesen, was meine Vorkommentatoren geschrieben haben, damit ich unvoreingenommener auf den Text antworten kann.
Mir gefällt das, was Du da geschrieben hast, über die Maßen.
Ich hasse es, wenn jemand sagt : ich kenne dich durch und durch. Welch eine Anmaßung !
Man hat so viele, viele verschiedenen Seiten in sich, dass man sich wohl auch selbst nie ganz kennenlernt. Dafür fehlen ja oft die verschiedenen auslösenden Situationen.
Nein, aus Gedichten sieht man ein bissschen von einem Menschen, aus Berührungen erfährt man was, aus den Augen spricht vieles, aber den Menschen zu (er)kennen, brauch es sehr, sehr viel Liebe - und trotzdem :es ist nur die Spitze des "Eisberges".

Liebe Grüße,
Klatschmohn

Chavali
27.06.2008, 17:28
Liebes Möhnchen,

vielen Dank für deine Ausführungen.Ich hasse es, wenn jemand sagt : ich kenne dich durch und durch. Welch eine Anmaßung !
Ich bin mit dir ganz einer Meinung. Nie kennt man einen Menschen ganz und das ist auch gut so.Man hat so viele, viele verschiedenen Seiten in sich, dass man sich wohl auch selbst nie ganz kennenlernt. Dafür fehlen ja oft die verschiedenen auslösenden Situationen.Stimmt. Manchmal ist auch das gut so, denn wer weiß, wie man reagieren würde.Mir gefällt das, was Du da geschrieben hast, über die Maßen.Nochmals meinen Dank - freut mich sehr.

Lieben Gruß,
katzi