Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schlaflos
Ich ruh so schwach in meinen Kissen.
Wollt' doch endlich Schlaf mich betten!
Aus des Tages Plag mich retten.
Ist mir heut nicht sehr beflissen.
Ich halt mich kraftlos noch ans Leben.
Liege ungepflegt darnieder.
Singe nicht mehr frohe Lieder.
Muß nach Morpheus dürstend streben.
Möcht doch Er, Ersehnter, zu mir eilen,
kürzend mir die siechen Stunden!
Brächt' er Träume vom Gesunden
im endlich-gnädig-bei-mir-Weilen!
Doch der Freund flieht mich noch immer,
will die Lider mir nicht runden,
hat mich nicht, noch nicht gefunden
in meinem düstren Krankenzimmer.
ad hoc 17.7.2008
angeregt von R.H.
Liebe Cyparis,
DAS ist wieder ein Gedicht von Dir, wie ich es mag: Klangvoll und wortgewaltig. Ganz besonder gefallen mir die beiden letzten Strophen. Der Inhalt ist sehr traurig, aber wundervoll hast Du Situation beschrieben.
Ich hoffe sehr, es ist nur Dein lyrisches Ich, das da krank zu Bette liegt!
Viele liebe Grüße,
Medusa.
big_fat_panda
18.07.2008, 16:18
hallo cyparis,
das ist nun das erste gedicht, das ich von dir kommentiere. zunächst möchte ich sagen, dass ich noch nicht viel von dir gelesen habe, aber das gedicht "stumm" sehr gefällt. weshalb ich zu dem gedicht nichts schrieb? nun gelobt wurde es nun genug und ich hätte nur wenig einzuwenden gehabt, sondern hatte auch nur loben können. daher tue ich dies hier.
nun zu diesem: leider muss ich sagen, dass ich es ganz und gar nicht gelungen finde. einerseits hat man den vergleich zum gedicht davor, aber das braucht man hier nicht, es wirkt aber dennoch bestärkend. allein schon nach der ersten strophe war ich (um es positiv auszudrücken) sehr verwirrt.
"
Ich ruh so schwach in meinen Kissen.
Wollte endlich Schlaf mich betten!
Aus des Tages Plag mich retten.
Ist heute mir nicht sehr beflissen.
"
ich denke das hier ist ein fabelhaftes beispiel für "reim dich oder ich fress dich" und gnadeloses einprügeln auf die sprache, damit sie aber ja ins metrikmuster passt.
was den inhalt angeht: er ist traurig. aber die ausarbeitung kann nicht überzeugen.
sie ist viel zu platt und viel zu ausgelatscht.
entschuldige die ehrliche meinung zum gedicht.
aber du kannst das besser.
grüße
panda
Liebe Medusa,
ich danke Dir sehr für Deinen Kommentar!
Wie Du weißt, sind hier LyrI und cyparis Personalunion. Es wird irgendwann aufwärtsgehen. Schön, daß Dir das Lamento gefallen kann. Ich glaube, jeder, der jemals sich krank im Bett wälzte und vergeblich Schlaf suchte, kann das nachempfinden.
Lieben Gruß!
Lieber panda,
die Reime waren vorgegeben als Gerüst. Aber ich finde nicht, daß hier von "Reim Dich oder ich freß Dich" die Rede sein kann. M.E. paßt der Inhalt zu ihnen, möglicherweise aber nicht für jemanden, der "anvantgarde & anti-reim" eingestellt ist. Ich schreibe immer après- garde und fast immer gereimt.
Aber hab Dank für Deinen ausführlichen Kommentar!
Auch Dir lieben Gruß
von
cyparis
Lieber Freund,
wahrhaftig:
Niemand weiß sein Lob in bessere Gewänder zu kleiden, als Ihr es macht! Mag Euch auch der Blockreim nicht sehr genehm sein: Umso werter ist mir das Lob.
Resignation eignet dem Gedicht nicht, aber eine wirklich inbrünstige Bitte, endlich Schlaf zu finden.
Besten Gruß mit Dank
von
cyparis!
Lieber Freund,
Schlaflos
werde ich heute nicht sein. Morpheus ist mir gewogen.
Was das Übrige betrifft:
Ich empfehle Euch, Euch auf ein kurzes "Durch Bann geadelt" o.Ä. zu beschränken, denn Zurückhaltung macht die wahre Vornehmheit aus. Den Adel.
Dies sagt Euch zur Guten Nacht
Eure Freundin
cyparis
Lieber (nur noch lesender) Mike S,
nein, es ist eben n i c h t die Resignation, sondern die Verzweiflung , die nach Schlaf schreit.
War das so mißverständlich?
Ich grüße Dich aus der Ferne,
Du Verkörperung der Galanterie!
Immer
Deine
cyparis
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