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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dialog: Mann und Hure


Michael Lüttke
20.07.2008, 11:41
Dialog: Mann und Hure


Mann:
Guten Abend. Noch frei?

Hure:
Ja, Kleiner. lacht.
Wie oder was darf es sein?

Mann:
Ich will dich töten.

Hure:
Warum?

Mann:
Ich bin so. Es macht mich geil.

Hure:
Mich nicht.

Mann:
Und jetzt?

Hure:
Keine Ahnung. Wir müssen überlegen.
Wenn ich tot bin, können sie mich nicht mehr töten.
Bleibe ich am Leben, dann haben sie keine Befriedigung.

Mann:
Stimmt. Und?

Hure:
Nur ein bisschen töten geht ja nicht.

Mann:
Stimmt. Und?

Hure:
Und nur vorstellen, mich zu töten?

Mann:
Keine Lust.

Hure:
Gut, vielleicht gehe ich jetzt einfach und sie suchen sich ein anderes Opfer.

Mann:
Nein.

Hure:
Dann habe ich ein Problem.

Mann:
Stimmt.

Hure:
Vielleicht liegt ihre Lust ja am Töten generell.
Macht es sie geil zu töten, oder speziell mich zu töten?

Mann:
Generell.

Hure:
Sie könnten sich selber töten.

Mann:
Noch nicht drüber nachgedacht.

Hure:
Aber könnte doch sein.

Mann:
Stimmt.

Hure:
Und warum töten sie dann andere?

Mann:
Keine Ahnung.

Hure:
Sie müssten es ausprobieren.

Mann:
Wie?

Hure:
Wie wollten sie mich töten? Erschießen?

Mann:
Erstechen.

Hure:
Mit einem Messer?

Mann:
zeigt großes Jagdmesser
Hiermit.

Hure:
Und wenn sie sich das Messer jetzt selber in den Bauch rammen würden,
oder ihren Hals aufschneiden?

Mann:
Keine Ahnung.

Hure:
Versuchen sie mal.

Mann:
holt weit aus, rammt sich Messer tief in den Bauch.

Frau:
Und?

Mann:
Gut.

Hure:
Kann ich jetzt gehen?

Mann:
Ja.
sticht wieder und wieder zu.
Und danke noch mal.

Frau:
Kein Problem.








.

Demian
11.09.2008, 07:29
Hallo Michael Lüttke!


Mit Verlaub, dieser "Dialog" wirkt nicht nur unausgegoren, er kommt zudem reichlich dämlich daher. Die von Dir intendierte morbide Komik, für die ich durchaus empfänglich bin, kommt beim Leser nicht an. Auf mich wirken diese Zeilen wie der Ausguss eines rebellierenden Pubertierenden, der für den Deutschunterricht einen Dialog schreiben sollte.

Des Weiteren vermisse ich sprachliche Raffinesse, denn gerade das Drama / der Dialog müssen raffiniert und ausgefeilt formuliert worden sein, um wirken zu können.

Letztlich wirkt dieses Stück unnatürlich, wurde schluderig ausgearbeitet und kommt deshalb dämlich daher.


Beste Grüße
Demian

Michael Lüttke
13.09.2008, 12:43
Interessante Sichtweise, die mich sogar nachdenklich macht.
Die Wortwahl wurde von mir in letzter Konsequenz extra so gewählt, weil ich gerade aus der Sache herauslaufende Interpretationen vermeiden wollte.
deine Einwände jetzt könnte richtig sein, wenn ich das ziel einer monotonen, emotionslosen Situation nicht einfangen konnte.
Es wäre gut, wenn du mir differenzierter beschreiben könntest, was du mit deinen Ausführungen meinst.

leider geben der etwas unfreundliche und eher angreifend wirkende Ton nicht das her, was der Kommentar beinhalten könnte.

Da mir meine Dialoge aber am Herzen liegen, solltest du mir eventuell helfen.
Ich gehe davon aus, dass du die fachliche Kompetenz hast, diese Vorwürfe manifestieren zu können und deine Rezension nicht nur ein Schrei in den Wald war.

Das wäre schade, weil ich jetzt auf deine Informationen und Hilfestellungen hoffe.

Danke
Michael

Demian
13.09.2008, 15:04
Hallo Michael Lüttke!

Natürlich bin ich gern dazu bereit, meinen Kommentar etwas zu vertiefen.

Sofern Dir mein erster Beitrag zu scharf im Ton dahergekommen sein sollte, so tut mir dies leid, jedoch verhält es sich so, dass meine Kritiken stets diesen Ton aufweisen, ohne damit eine unterschwellige Botschaft transportieren zu wollen.
Ich hoffe, Du verzeihst mir dies.



Mann:
Guten Abend. Noch frei?

Hure:
Ja, Kleiner. lacht.
Wie oder was darf es sein?
Den Einstieg finde ich noch in Ordnung. Er erscheint geradezu normal. Was man eben einer Nutte sagt, wenn man es besorgt haben möchte...


Mann:
Ich will dich töten.

Hure:
Warum?
Hier beginnt es zu schmerzen.
Ein lapidar hingerotzer Satz: "Ich will dich töten." Da fehlt mir einerseits die Herleitung à la "Auf was stehst Du denn, Hure?", andererseits vermisse ich raffinierte Morbidität beim potentiellen Täter.
Auch die Reaktion der Nutte, gerade in Anbetracht der Tatsache, dass Prostituierte des öfteren für Serienmörder herhalten mussten, erscheint unlogisch, kaum rational. Eine abweisend panische Reaktion wäre wohl logischer.


Mann:
Ich bin so. Es macht mich geil.
Hmm... ich weiß nicht. Bei mir regt sich beim Lesen hierbei nichts. Ich hätte mir hier viel eher, auch wenn Du scheinbar auf Kürze in diesem Stück wertlegst, einen kleinen Monolog gewünscht, welcher vielleicht etwas die Vergangenheit des Mannes beleuchtet und wie es dazu kam, dass ihm einer dabei abgeht, wenn er sein Teil, also das Messer, in Menschen, respective Huren rammt.

Des Weiteren erscheinen die Dialoge, bis auf den Eistieg, doch arg steril, unnatürlich. So redet kein Mensch. Nicht umsonst sind gerade Dialoge sehr kompliziert zu schreiben, siehe Daily Soaps im Fernsehen. :D

Eventuell würde ein schuss Umgangssprache helfen. Statt "Was darf es...? "Was darf's sein, Kleener?"


Diese Schwächen ziehen sich durch den gesamten Dialog durch. Die Reaktionen der Nutte auf die Perversion des Mannes wirken unnatürlich, unlogisch und irrational. Etwas Panik, Ekel würde das Ganze interessanter gestalten.


Ich hoffe, das konnte Dir etwas helfen.
Besten Gruß
Demian

Michael Lüttke
11.11.2008, 20:29
Hallo Michael Lüttke!


Hier beginnt es zu schmerzen.
Ein lapidar hingerotzer Satz: "Ich will dich töten." Da fehlt mir einerseits die Herleitung à la "Auf was stehst Du denn, Hure?", andererseits vermisse ich raffinierte Morbidität beim potentiellen Täter.
Auch die Reaktion der Nutte, gerade in Anbetracht der Tatsache, dass Prostituierte des öfteren für Serienmörder herhalten mussten, erscheint unlogisch, kaum rational. Eine abweisend panische Reaktion wäre wohl logischer.


Hmm... ich weiß nicht. Bei mir regt sich beim Lesen hierbei nichts. Ich hätte mir hier viel eher, auch wenn Du scheinbar auf Kürze in diesem Stück wertlegst, einen kleinen Monolog gewünscht, welcher vielleicht etwas die Vergangenheit des Mannes beleuchtet und wie es dazu kam, dass ihm einer dabei abgeht, wenn er sein Teil, also das Messer, in Menschen, respective Huren rammt.

Des Weiteren erscheinen die Dialoge, bis auf den Eistieg, doch arg steril, unnatürlich. So redet kein Mensch. Nicht umsonst sind gerade Dialoge sehr kompliziert zu schreiben, siehe Daily Soaps im Fernsehen. :D

Eventuell würde ein schuss Umgangssprache helfen. Statt "Was darf es...? "Was darf's sein, Kleener?"


Diese Schwächen ziehen sich durch den gesamten Dialog durch. Die Reaktionen der Nutte auf die Perversion des Mannes wirken unnatürlich, unlogisch und irrational. Etwas Panik, Ekel würde das Ganze interessanter gestalten.


Ich hoffe, das konnte Dir etwas helfen.
Besten Gruß
Demian



Deine Rezension ist durchaus interessant, aber sie spiegelt nicht das wieder, was der Text darstellen soll.
Genau das, was du befürworten würdest, nämlich Sprache, Kommunikation und ein bisschen Analyse der Personen, möchte ich nicht.
Es reicht mir das Geschehen klinisch darzustellen.
Ich stelle keine Fragen nach sozialem Hintergrund oder Jargon.
Ich stelle die Frage nach dem Moment. Emotionslos und abgegrenzt von der Realität.
Keine Studie, keine Perversion, keine Abgründe.
Es ist nicht notwendig.

Hier eskaliert nichts, weil es irreal bleibt.
Alles andere hätte interpretiert.


Michael

norbert
12.11.2008, 16:39
hallo michael,
ich finde diesen lakonischen text, der von sprach- und hoffnungslosigkeit erzählt, sehr gelungen.
er spiegelt auf seine art den status quo weitester kreise der gesellschaft wieder, wobei die männer noch toter, deprimierter perspektivloser erscheinen als die frauen.
na ja, obama wirds schon richten...
liebe grüße
norbert