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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wunder von Moon und Geburt


Goldlaub
05.08.2008, 17:16
Silche Moonen, scheu und selten,
lurmeln sich am Bach entlang.
Hoch am Firmelmani melden
Schwinafelen im Gesang

dass noch heut, zu Timmags Stunde,
alle spätgezyrrsten Drachen,
einbewächtelt werden. Runde
Agosphyristreen entfachen

kleine puhsochante Murmeln.
Erst, wenn auch die scheuen Moonen
sich mit Wasser vollverlurmeln,
dürfen auch die scholchen Doonen

Schwinafelen heiß begatten!
Langsam visst die letzte Flamme.
Drachen im Gesilch ermatten.
Freudig moont die Mutteramme!

Panzerknacker
07.11.2008, 07:12
Hallo Goldlaub,

ich brauche jetzt mal deine Hilfe, hab das Dingens jetzt vier Mal durchgelesen aber ich weiss immer noch nicht wie es zu lesen ist. Darum hilf mir mal, ich kann mir nicht vorstellen das deine Tastatur kaputt ist, aber für mich liest es sich so.

In bester Hoffnung, der Knacki :cool:

Goldlaub
11.11.2008, 21:10
Hallo Knacki


Meine Tastatur ist nicht kaputt. :p

Dieses Gedicht ist das 1. Kapitel um eine Wiedergeburt eines Messias` in einer utopischen Welt.
Die Priester/innen dieser Welt bereiten gemäß ihrem Brauchtums die Reinkarnation dieses erwarteten Gottes oder heiligen Seele/Spirit, was auch immer, vor. Die Planeten müssen natürlich günstig stehen, Opfer im Austausch angeboten werden und überhaupt muss mit viel Brimborium dabei nicht nur der Zeitgeist sondern auch der persönliche Geist rein bleiben, sonst steigen nur Drachen in das Ritual mit ein und boykottieren mit Dämonen das dortige Feuerfest (unserem irdischen Pfingstfest nur bedingt ähnlich :cool:) und so weiter...
Ein Knackpunkt bei dem weihevollen Festakt ist die korrekte Anwendung von beschwörenden Gebeten; dabei wird wohl durch bösartige Unreinheit eines Hohepriesters eine magische Wortkreation, die das Austauschen von schwarzer und weisser Energie vollziehen soll nicht transzendiert und...
aber les halt selbst weiter in Kapitel 2 "Augusphyristren tanzen" und Kapitel 3 "Keine Erlösung dieses Jahr." :p

Das Ganze ist natürlich ein Mysterium, auch für mich eigentlich nicht ganz nachvollziehbar, aber die dortigen Gläubigen schwören darauf! ;)

Um diesen Texten auch einen wirklich fantastischen und über/außerirdischen Charakter zu geben, habe ich nicht alle Begebenheiten und Worte aus dieser exotischen fremden Welt übersetzt.
Als ich zum ersten Mal in den Religionsunterricht musste (1.Klasse) waren vor allem gebenedeit, Hosianna, Erbsünde, Bundeslade und Erzengel ganz legale Fremdwörter für mich! :rolleyes: (Erzgauner habe ich schon gekannt :p)

Außerdem geht es denen wohl genauso, wenn sie ein Kapitel aus unserer Bibel lesen würden, meinst du nicht? :)

Sozusagen denen ihr "Neues Testament" ist mein Gedicht "Die Küsse der Priesterin". (Auch in dieser Rubrik zu finden und lesen). Darin erzählt ein Gottessohn, wie er es leid war, immer nur andere zu erlösen. Er erlöste sich, indem er sich mit einer Priesterin einließ. Da hat er aber wohl einige dogmatische Erwartungen nicht erfüllt...
Trotzdem - wer weiß, was sein Nachkomme alles drauf hat...:)


Grüßle
Rolf

Erich Kykal
13.11.2008, 14:23
Hallo, Goldlaub!

Ein onomatopoetischer Gaumenschmaus, dachte ich erst - sie will die schwülstige Romantiklyrik durch den Kakao ziehen, indem sie sinnentleerte Wörter anstatt der abgegriffenen Vokabeln der Verzückungsdichter einsetzt. Gute Ironie....

Dann las ich deine Antwort und war NOCH begeisterter! Eine irrwitzige Schöpfungsgeschichte! Sie kennt meinen österreichischen Lieblingskabarettisten für's intellektuelle Publikum: GUNKL (Günther Paal)! In einem seiner herrlich philosophisch-komischen Programme (Ich lass mich gehen - ein Abschied) geschieht nämlich ähnliches. Das Land dort heißt Babylusien, nebenbei.
Und inspiriert davon hat sie zu einem ironischen Seitenhieb auf Religionen und ihre immanente Aberwitzigkeit ausgeholt!
Wunderbar! Ganz mein Geschmack! Was hätte ich nicht stundenlang abzulästern über die Leute, die solche abstrusen Glaubensbilder unreflektiert übernehmen, und natürlich über jene, die die Borniertheit derer, die ihr Gehirn offensichtlich nicht richtig zu benützen wissen, weidlich auszunützen verstehen und sich daran mästen, während alle Mahner und Aufklärer als Häretiker, Ungläubige oder Kriminelle hingestellt oder gleich hingerichtet werden! O versammelte Ignoranz dieser Erde....
Dass du Gunkl kennst, ist ja nun eine reine Unterstellung meinerseits, aber ich WILL eben daran GLAUBEN....(Schmunzel, grins...)!

Deine Mission ehrt dich, aber sei gewiss, du wirst nichts erreichen. Wider das Beharrungsvermögen derer, die betrogen sein WOLLEN, nur um nicht eigenverantwortlich leben und handeln zu müssen, ist leider auf unabsehbare Zeit kein noch so starkes Kraut gewachsen!
Dennoch meine Hochachtung für dieses erheiternde Stück Realitätsflucht. Gernst gelesen! Liebe Grüße, eKy

yarasa
13.11.2008, 16:21
Hallo Goldlaub

Mir hätte das opulente Wortgemälde gereicht. Es mahnt mich an Morgenstern, und zwar ebenbürdig (ein grösseres Kompliment ist in diesem Bereich kaum zu vergeben. :))
Das Weiblein mit der Kunkel sah ich da und die anderen ewig schrägen Galgenbrüder...

Ich liebe diese gerade knapp unverständlichen Texte, die eine sehr eigene, beinahe unheimliche Präsenz entwickeln. Weil 'nichts' daran verständlich ist, ist alles wahr.
Ich sah eine Herde grosser, mayestätischer Tier, eher ins Violette spielend, was die Farbe des Fells betrifft, aus einem Wald auf eine bachdruchflossene Wiese treten. Timmag ist ein vergessener Gott... Und so weiter.

Der Philosophische Unterbau nimmt mir ein wenig von der Freude. Aber ich kann ihn ja ausblenden.

LG
yarasa

Goldlaub
15.11.2008, 16:23
Hallo Erich
Ich kenne den von dir erwähnten Gunkl nicht, freue mich aber, dass dir diese Fantasie auf eine mögliche organisierte Religion gefällt! Die erfundenen Wörter haben eigentlich keinen versteckten Sinn, meinerseits hineingelegt, sie sind frei erfunden. Natürlich ist das Gedicht - alle drei Kapitel - mit den Übereinkünften der deutschen Grammatik etc. geschrieben; doch auch bei Übersetzungen der weltlichen "Heiligen Schriften" wie z.B die Bibel, Koran, ägyptisches Totenbuch usw. bleiben manche Begriffe nur unvollständig übertragen und deshalb oft unverständlich! es gibt z.B. kein erklärendes Wort für "Zen", Meditation oder gar "Jenseits" (des Vorstellbaren).
Vor allem bei den Begriffen "Gott, göttlich" und vielleicht noch "Bewusstsein".
Ich bin im Glauben, dass religiöse Gebote das soziale und respektvolle Miteinander mit der gesamten Schöpfung beinhalten. Und diese Erkenntnis der Ungetrenntheit alles Lebendigen ist keiner überlieferten Religion Patent!!
Erkenntnis ist deshalb nicht das, was das Glaubensbekenntnis, egal welcher Richtung, zum "Nachbeten" anbietet.
Erkenntnis und deshalb eine "heilige" (heile, ungetrennte, nicht durch Illusionen wie ich und du, ich und es als Schöpfungen des Egos) Anbindung an die ursprünglichen Tatsachen allen Lebens ist immer nur gegenwärtig, hier und jetzt. Leider hat der menschliche einfältige und doch so intelligent wirkende menschliche Denkapparat allerlei Bewusstseinsinhalte als Erkenntnis ausgegeben, und so wird eben mit dogmatischen "Wahrheiten" gedealt. Doch wie willst du eine wahrhaft erkenntnisfähige Erfahrung machen, wenn dir anstatt dessen nur irgendeine begriffliche Bedeutung angeboten wird? :)
Vielleicht verstehst du dies genauso kritisch.

Wie schwer es allerdings tatsächlich ist, hinter all diese religiöse Bevormundung zu schauen, kann ich aus eigener Erfahrung verstehen;
denn um sie zu hinterfragen muss man sich auf pfadloses Land begeben, von dieser Warte aus man ja überhaupt erst die Strukturen von Erziehung, Dogma, Ängsten, Ego, Autoritäten usw. einsehen kann. All diese Bewusstseinsinhalte sind ja eben auch kein unbedeutendes Merkmal des "Selbstbildes".
Ich bin keineswegs unreligiös und möchte auch keine verletzenden ironischen Hiebe gegenüber Gläubige verteilen.
Kinder machen in der Intelligenzentwicklung, der seelisch - geistigen Welterforschung, auch eine Phase des sogenannten "Magischen Denkens" durch. Elfen Feen, Rätsel, Verwünschungen, Erlösungen, Hexen, Zauberer, Intrigen, Hoffnung, Bestimmung, Mut, Glück, Harmonie...alles ok im Rahmen der sich entwickelnden Anbindung an Begrifflichkeiten, Sinnbildern, mit denen wir Menschen unsere Umwelt integrieren und verstehen. In allen Märchen ist dies partiell zu finden!
Ich gebe dir allerdings recht, dass Bestrebungen, diese naive Weltgläubigkeit als "Göttliche" Wahrheit zu vermarkten, nichts wirklich Heiliges beinhalten, denn es wird so nur eine Abhängigkeit an dieses "Geglaubte" gefördert.

Ich habe keine Mission, gläubige Menschen von ihrer Frömmigkeit abzubringen. Aber auch mit Kindern lebe ich hauptsächlich in der Welt, wie sie erschaffen ist. Dass die Welt des "magischen" Glaubens durch die Erkenntnis, dass sie nur im "Denken" existiert, relativiert werden kann, wird sich jeder Mensch selbst erarbeiten müssen. Falls er süchtig danach ist, sich sogar daraus erlösen!

Hallo yarasa
Deine Sicht mit der Lupe auf das Gedicht ehrt mich sehr.
Im Grunde ist es genau so, auch, zu lesen. Eine fantastische Begebenheit, mit oder ohne philosophischen Unterton; denn die philosophische Leseart zwischen den Zeilen setzt ja erstmal eine phiolosophische Sensibilität vorraus. Dass du eine solche hast ist mir nicht nur durch deine Werke bewusst. :)

Die sich vor deinem inneren Auge zeigende Szene ist ein schönes Kompliment.
Kennst du den Film "Enemy mine"? Darin wird u.a. die Konfrontation eines Erdenmenschen mit einem Lebewesen von einem anderen Planeten gezeigt, und dessen Gott (Glaube) könnte von jeder irdischen Religion im Sinne, dass Liebe zu allen Geschöpfen über Allem steht, mitgetragen werden. Der Film selbst mag kitschig daherkommen, aber mir gefällt der Grundgedanke darin, das es eine universelle Geisteshaltung gibt, die synonym ist für jedweden "Göttlichen Geist". Und den man erlangen kann einfach so (aber nicht einfach wollen kann) ohne Dogmen.

Ich danke für eure Kommentare. :)

Grüßle
Rolf

ReinART
17.11.2008, 10:50
Hallo Goldlaub
da möchte man eigentlich wissen, wie die schwolchen Doonen sich beim Gramsen zwinterklonen und die trystischen Pykanen in den muligen Hyriaden mintersanen.
Ob dann auch im Lande Onkerholmen, zwergverdammte Limmersalmen, sich dann auch für immer niederkalmen.....

Tolle Geschichte, werde ich mit Freude weiterverfogen.

dürfen auch die scholchen Doonen
Schwinafelen heiß begatten

Sollte hinter Doonen nicht ein Komma?
Ich lass anfänglich immer: die Scholchen doonen, wobei scholchen für mich das Subjekt und Doonen das Tätigkeitswort war, dann aber feststellte, dass es in der nächsten Strophe weiterging und sich das Geheimnis, so für mich auflöste.
Alles Gute
reinhard