Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wilder Ritt
Ein Versuch, einen yarasa-Klassiker zu vertonen.
Ihr mögt sagen, ob es gelungen sei :)
Zu hören (und sehen) hier: http://de.youtube.com/watch?v=hcxxbUNciwo
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Wilder Ritt
Das Leben ist wirklich ein sehr wilder Ritt:
Die Wogen des Schicksals, sie rissen mich mit,
geriet in die Strudel und tauchte zu tief.
Ich folgte dem Dämon, wann immer er rief.
Ich ging in die Irre und fand dort den Schatz,
bekämpfte den Drachen: Da machte er Platz.
Bin mutig und tollkühn, dann feige und schwach –
und holte mir doch manche Taube vom Dach.
Ich habe so oft nach den Sternen gezielt –
gewonnen, gescheitert, so manches verspielt
verlassen, verloren – gefunden erneut –
und weder die Lust noch die Tränen bereut.
Entflechte ich alternde Träume dem Rad
erhöht ganz gemein sich der Schwierigkeitsgrad.
Der Hunger nach Leben kommt niemals zur Ruh:
Ich siege, ich strauchle, lern' selten dazu...
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Goldlaub
05.10.2008, 23:55
Hallo yarasa
Der Text gefällt mir sehr gut; auch ohne Refrain zu einem Lied geeignet. :)
Du wechselst für mich etwas unverständlich in die Gegenwart, wo du doch in dieser Sequenz noch die Biographie der Sängerin (LI) erzählst:
Ich ging in die Irre und fand dort den Schatz,
bekämpfte den Drachen: Da machte er Platz.
Bin mutig und tollkühn, dann feige und schwach –
und holte mir doch manche Taube vom Dach.
Ok, in dieser 3. Zeile teilst du vielleicht mit, wie du gegenwärtig noch bist.
Trotzdem finde ich entweder War mutig und tollkühn....oder Mal mutig und tollkühn, mal feige und schwach besser. Und du?
Die letzte Zeile finde ich zudem zu pessimistisch und beinahe "selbstherabwürdigend". Ich weiß wohl, dass das eventuell auch kokett selbstironisch zu verstehen ist - trotzdem. ;)
Im Video viel mir auf, dass du in den hohen Tonlagen leicht zum schrillen, "übersteuerten" Gesang neigst, angestrengt.
Wenn ich richtig gespickelt (schwäbisch: abgeschaut) habe, spielst du das Lied in G - Dur. Ok, eine Note tiefer, F - Dur ist umständlich zu greifen :rolleyes:; wie hört sichs denn mit E - Dur an? :)
Gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz toll finde ich, dass ich den Text verstehe! (kein schwizerdeutsch) :p
Obwohl ich für Mundart, auch im Lied, immer eine Lanze brechen würde!
Grüßle
Rolf
Hallo Goldlaub
Endlich meine Antwortzeilen zu deinem Kommentar.
Die Diskussion um die Zeitformen ist mir vage vertraut - leider kann ich jetzt nicht mehr so stringent begründen, warum es wichtig ist, auch jetzt zwischen tollkühn und feige zu schwanken - vielleicht weil da die letzte Zeile noch steht...
Ob es kokett oder resigniert ist, kann ich jetzt nicht einmal mehr sagen, irgendwie scheint aber das 'Lebensthema' immer in neuen Variationen durchzuschimmern, und ich stehe tatsächlich immer wieder ähnlich unbeholfen davor. Vielleicht bin ich einfach noch nicht alt genug, denn weise geworden bin ich mit Sicherheit noch nicht.
Die letzte Zeile hat aber auch etwas, das der Verbitterung entgegenwirken soll - nicht übervorsichtig werden.
Zur Aufnahme:
Die Schrillheit kommt tatsächlich viel mehr von der Aufnahmetechnik denn vom Singen selber, denn eigentlich habe ich einen sauberen Mezzo-Sopran - und der hohe Ton ist ja nicht wirklich hoch, nur etwas exponiert.
Das Problem war mehr, dass ich den Gesang mit der Kamera 'life' aufzeichne - und dort ist die Gitarre einfach viel näher am Mik und somit eigentlich zu laut, daher geb ich etwas mehr Guzzi als 'normal'.
Denn die Tonlage ist gut, nicht nur vom Griffbereich her (auch, weil jedes Griffbild wieder einen ganz anderen Charakter hat; ich müsste wenn schon das Kapo nehmen und in den oberen Lagen spielen, was nach Laute tönt *schaueder*) - sonder vor allem, weil der grösste Teil des Liedes eher tief ist, und ich dort einen kleineren Spielraum habe, was die Stimme anbelangt.
Aber ich werde mich endlich nach einer besseren Aufnahmemöglichkeit umsehen, da jetzt auch das Audio-Interface irgendwie den Dienst verweigert....
LG
yarasa
PS zur Mundart
Grundsätzlich dichte ich auf Hochdeutsch 'Gedichte' und in der Mundart die Lieder - aber die youTube-gemeinde meinte, etwas allgemeiner verständliches täte der Sache keinen Abbruch.
Anscheinend bin ich mir doch sehr gewohnt, die Liedschemata einzuhalten, dass sich auch ein Gedicht ohne seltsame Betonungsverschiebungen vertonen lässt - denn grundsätzlich folgt ein Liedtext etwas anderen Kriterien als ein Gedicht... :)
hallo yarasa,
der text gefällt mir gut, das lied weniger.
die gitarre ist einfach zu schlecht - sie klingt nicht schön.
die komposition würde ich persönlich völlig anders anlegen - aber das ist geschmackssache.
außerdem "schreit" das lied nach einem subsummierenden refrain, einer transzendenten zeile, einer kompositorischen variante, wobei "wilder ritt" ein gute metapher ist, um die man vier plakative zeilen texten könnte.
ich weiß, wie schwer es ist, ein lied aus dem nichts zu schaffen - das ist dir auf jeden fall gelungen...
liebe grüße
norbert
Hallo norbert
schön, dass du dich hier eingefunden hast und dir mal meinen Wilden Ritt vorgeknöpft hast.
Kein Zurückkrebsen meinerseits, auch keine abschwächende Erklärung - allerdings gebe ich dir Recht, was die Qualität des Liedes anbelangt. Es war wirklich eine Art 'Auftrags-Arbeit', weil ein Teil meiner youtube kontakte um ein deutsches Lied gebeten hat.
Der 'Wilde Ritt' ist kein Lied in dem Sinne, sondern lediglich eine Vertonung eines Gedichts, daher fehlt auch ein Refrain und die Musik ist eher etwas nebensächlich, hilflos auch - denn wenn ich wirklich Lieder schreibe, dichte ich immer mit der Gitarre in der Hand und einer Melodie im Kopf - hier war das nicht so.
die gitarre ist einfach zu schlecht - sie klingt nicht schön.
Hier eine Verständnisfrage: Das Instrument oder das Spiel?
Denn für mein Instrument muss ich dann doch eine Lanze brechen. Es ist zwar noch lange keine Profigitarre (denn das bin ich auch nicht), aber doch ein qualitativ gutes Instrument aus dem mittleren Preissegment. ;)
Aber die Aufnahme ist schrecklich. Da gebe ich dir recht. Und je mehr solcher Videos ich eingestellt habe, desto mehr stört mich die Aufnahmequalität.
LG
yarasa
liebe yarasa,
glaube bitte nicht, dass meine kritik bösartig ist - aber ich habe mir vorgenommen, ehrlicher zu werden und künstlerisches an dem anspruch zu messen, den ich an mich selber habe.
zur gitarre: sie klingt schlecht, hart und billig - so war das gemeint.
"ich weiß, wie schwer es ist, ein lied aus dem nichts zu schaffen - das ist dir auf jeden fall gelungen..." ist absolut als kompliment zu verstehen, wer kann so etwas überhaupt?
"Der 'Wilde Ritt' ist kein Lied in dem Sinne, sondern lediglich eine Vertonung eines Gedichts, daher fehlt auch ein Refrain und die Musik ist eher etwas nebensächlich," - hier wirds für mich kritisch, das hat die musik als "stärkste aller künste" nicht "verdient".
deine komposition ist nicht schlecht, aber wirklich interessant wird sie für mich nur da,wo du die doppeldominante einsetzt, parallele molltonart ist mittlerweile schon zu "gewöhnlich" geworden. (wobei harmonische rafinesse garnicht sein muss, wenn du z.b. melodische vorhalte, auftaktvarianten etc. einbaust, wird es sehr schnell interessant.)
ein refrain muss nicht sein, es reicht oft eine redundante zeile, die an einer bestimmten stelle - meistens am strophenende, gleich(artig) lautet.
ich denke mal, dass du erfolg haben willst - dann darfst du nicht den fehler machen, zu schnell mit dir zufrieden zu sein.
ein lied professionell aufzunehmen ist heutzutage übrigens so einfach geworden wie nie zuvor - sie ist sehr preiswert und man kann alles selber am computer machen.
ich kann dir gerne noch den ein oder anderen rat geben..
liebe grüße
norbert
Hallo Yarasa,
Was ist an Musik das Schöne?
Manchmal sind es die Töne!!
Gruß Evita
Hallo Yarasa!
Es ist sehr mutig von Dir, sich bei youtube in die Öffentlichkeit zu begeben und dieses wunderschöne Gedicht vorzusingen!
Ich finde, das ist Dir sehr gut gelungen. Du hast eine sehr schöne Stimme und entgegen norberts Aussage hört sich die Gitarre für mich gut an. Am Text selbst gefallen mir folgende Stellen besonders:
geriet in die Strudel und tauchte zu tief.
Bin mutig und tollkühn, dann feige und schwach –
und holte mir doch manche Taube vom Dach.
erhöht ganz gemein sich der Schwierigkeitsgrad.
Beste Grüße
Mike S
Wenn die Aufnahmetechnik eine bessere wäre, würde man wohl eher erkennen können, daß das Lied gar nicht mal so übel ist. Mich hat es an Reinhard Mey erinnert. Liebe Grüße Falcon
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