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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dreh dich nicht um


Helene Harding
25.06.2009, 18:03
Ja, lauf mein süßes Mädchen, lauf.
So schnell geb ich die Jagd nicht auf.

Ich höre deinen schweren Schritt.
Nimmst mich auf letztem Wege mit.

Dein Atem stößt sich aus der Brust.
Du dich mir nur ergeben musst.

Ich lieb dich so, du geiles Stück.
Bin schon so lang nach dir verrückt.

Was rennst du so? Wir haben Zeit.
Nun mache dich für mich bereit.

Ich rufe dich. Dreh dich nicht um.
Ach Kleines, nimm es mir nicht krumm.

Ich werde immer bei dir sein
und schlage auf dein Köpfchen ein.


(c)budina

Idiosynkrasie
25.06.2009, 18:34
Hm, das gefält mir. Und geil vorgetragen, echt mal. So schön versaut irgendwie. Boah, hätte nicht gedacht, so was von ner Frau zu lesen. Allerdings hab ich nicht verstandn warum der Typ am Ende nur zuschlägt? Das ist dann irgendwie nich realistisch, oderß

trotzdem supoi!

laryliendes
27.06.2009, 11:07
Liebe Budina!
Ich hatte eben schon eine Antwort geschrieben, doch dann wurde auf einmal die Verbindung unterbrochen. :rolleyes: Du hast den Tet sehr glaubwürdig vorgetragen.Deine Stimme sitzt einem wie eine kalte Hand im Nacken, obwohl auch die Heißblütigkeit zu spüren ist. Ich frage mich allerdings schon, ob das alles in allem nicht ein bisschen "krass" ist. Wenn man sich vorstellt, dass ein Opfer von Vergewaltigeung nun diesen Text hören würde, noch dazu mit einer Frauenstimme? Die Kunst ist aber eben frei aber ich möchte keine Wertung abgeben, denn was zählt ist der Schaffensakt. Außerdem erscheint es mir, als gäbe es Leute, die noch unangemssener mit dem Thema umgehen:rolleyes:.
Ich habe mir das gerne angehört, aber diesen eigenartigen Grusel habe ich nicht gerne empfunden, da ich mich dem Thema sachlicher und mit mehr Behutsamkeit wegen der Opfer nähern möchte. Ada.

Helene Harding
27.06.2009, 11:46
Liebe Laryliendes, zunächst möchte ich dich bitten, meine Antworten auf die Vorkommentare zu lesen; denn es lag und liegt mir absolut fern, Gewalt, in jeglicher Hinsicht, zu verherrlichen. Dennoch hat wohl meine Interpretation eine wahnsinnige Intensität, die "gewaltige "Bilder im Kopf entstehen lassen können. Daher frag ich dich: Hast du niemals Krimis oder Sci-Fi-Filme angeschaut? So manches Mal wurde mir unbehaglich, musste um- bzw. abschalten. Das "Böse" hat auf viele Menschen, wenn auch in ihrer Haltung, so wie ich, pazifistisch eingestellt, einen pseudo-exotischen Reiz. Ich möchte hiermit erneut betonen, dass ich mich vom Text incl. seiner Intonation zu distanzieren weiß und hernach eher eine Art akustisches Schauspiel zu inszenieren suchte. Dass sich hier, rein polarisierend, die BetrachterInnen streiten würden, war mir vorhersehbar. So ist diese Art von "Kunst" mir im Hinblick darauf wichtig, zu provozieren, ja zu affizieren.

alles liebe, budina

laryliendes
27.06.2009, 12:19
Liebe Budina.
ich möchte mich entschuldigen: Ich hatte auch deine Antworten gelesen und wollte dir auch keine Leidenschaft bei dem Thema unterstellen. Nur wollte ich sagen, dass das Gedicht sehr bedrohlich wirkt und dass der Umgang mit dem Thema ein angemessenerer seien müsste. Ich schaue keine Horrorfilme, in denen "Mädchen" durch den Wald gejagt werden und dabei verfolgt werden, weil sie mich eben n i c h t affizieren. Ich frage mich immer ob die Zuschauer aus Sensationslust in die Kinos zu diesen Filmen gehen. Aber ich wollte damit nicht sagen, dass ich dein Gedicht schlecht finde. Das hatte ich gesagt.

Heidrun D.
13.08.2009, 18:40
Liebe Helene,

zwar bin ich mir nicht sicher, ob du überhaupt noch diesem Forum angehörst, doch möchte ich dir gern meine (ungeteilte) Begeisterung mitteilen.

Dein Beitrag ist großArtig und zwar in jeder Hinsicht, professionell gemacht und vorzüglich gesprochen - hier läuft es mir kalt den Nacken runter! Es ist dir gelungen, einen ausgefeilten Text so umzusetzen, dass ein reiner (wenn auch gruseliger) Genuss entsteht.

Danke!

In der Ausführung erinnerst du mich ein wenig an den begnadeten Falco und seine "Jeanny", ein Vergleich, der dich nicht kränken muss!

Gern schwenke ich die Baskenmütze,
Heidrun